Leiser Staubsauger: Was die Zahl in dB(A) sagt – und was nicht
Wer in einer Mietwohnung saugt, neben einem schlafenden Kind oder mit einer scheuen Katze im Haus, achtet auf die Lautstärke. Im Datenblatt steht dafür eine Zahl in dB(A) – und die ist weniger eindeutig, als sie aussieht. Hier steht, wie die Skala zu lesen ist, warum sich zwei Herstellerangaben selten direkt vergleichen lassen und woran Sie ein leises Gerät erkennen, wenn gar keine Zahl dasteht. Um die Saugkraft geht es dabei nicht: Watt, Air Watt und Kilopascal stehen im Ratgeber Saugkraft verstehen.
📌 Das Wichtigste in Kürze
- Die Herstellerangaben in unserem Vergleich reichen von 69 dB(A) bis 86 dB(A) – eine Spanne von 17 dB(A).
- Die Dezibelskala ist logarithmisch: rund 10 dB(A) mehr werden etwa als doppelt so laut empfunden.
- Schallleistungspegel und Schalldruckpegel sind zwei verschiedene Größen, beide in dB(A). Welche von beiden gemeint ist, steht in keiner der sieben Angaben dabei.
- Eine Angabe machen sieben von zwölf Geräten. Bei fünf gibt es keine Zahl – darunter alle drei Saugroboter.
- Leiser ist oft die niedrigere Saugstufe. Eine Regel ist das nicht: Ein Gerät im Feld wird in den Rezensionen für hohe Saugleistung bei geringer Lautstärke gelobt.
Warum 17 dB(A) kein kleiner Unterschied sind
69 dB(A) und 86 dB(A) liegen auf dem Papier nah beieinander. Das täuscht, denn Dezibel ist keine gewöhnliche Zahlenreihe: Die Skala ist logarithmisch, jeder Schritt zählt also mehr als der vorige. Als Faustregel gilt, dass rund 10 dB(A) mehr etwa als doppelt so laut empfunden werden – das ist eine Aussage über die Wahrnehmung, nicht über einen Messwert.
Die Spanne in unserem Vergleichsfeld beträgt 17 dB(A), also mehr als die 10 dB(A), die oben als empfundene Verdoppelung stehen.
Das (A) in der Einheit gehört dazu und ist keine Verzierung: Es steht für eine Bewertung des Schalls nach der Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs, das tiefe Töne leiser wahrnimmt als mittlere. Eine Angabe ohne (A) bezieht sich auf eine andere Größe und ist mit einem dB(A)-Wert nicht vergleichbar.
Schallleistung und Schalldruck: zwei Größen, dieselbe Einheit
Hier liegt die Verwechslung, die den Zahlen im Datenblatt ihre scheinbare Eindeutigkeit nimmt – zwei verschiedene Größen, beide in dB(A):
| Größe | Beschreibt | Hängt ab von |
|---|---|---|
| Schallleistungspegel | wie viel Schall das Gerät insgesamt abgibt | nur vom Gerät – nicht davon, wo Sie stehen |
| Schalldruckpegel | was an einem bestimmten Ort ankommt, also am Ohr | Abstand, Raum, Boden, Möblierung |
Der Schallleistungspegel fällt dabei höher aus als der Schalldruckpegel, den man in einigen Metern Abstand messen würde. Für den Vergleich zweier Geräte ist das die bessere Größe, weil sie den Raum herausrechnet. Für die Frage „wie laut ist das bei mir“ ist sie es gerade nicht.
Entscheidend ist, was in unseren Quellen nicht steht: Keine der sieben Angaben nennt die Größe, keine den Abstand, keine den Boden und keine die Saugstufe, für die sie gilt. Nur eine von ihnen kennzeichnet den Wert ausdrücklich als Höchstwert; bei den übrigen bleibt offen, ob dort die stärkste Stufe oder ein Mittel steht. Wir behandeln die Zahlen deshalb als Rangfolge mit Vorbehalt und nicht als Differenz: Ein Gerät mit 69 dB(A) ist nach Angabe seines Herstellers leiser als eines mit 86 dB(A) – wie viel genau, sagt der Abstand der beiden Zahlen nicht.
Die Angaben im Vergleichsfeld
Einen Geräuschpegel nennen sieben der zwölf Geräte in unserem Vergleich. So sehen sie aus, aufsteigend sortiert:
| Gerät | Angabe | Bauform | Quelle |
|---|---|---|---|
| Rowenta Compact Power XXL Animal beutelloser Bodenstaubsauger, 900 Watt | 69 dB(A) | Bodenstaubsauger | laut Datenblatt |
| Siemens Staubsauger mit Beutel Q5.0 extreme silencePower VSQ5X1230 | 70 dB(A) | Bodenstaubsauger | laut Hersteller |
| AEG CLEAN 6000 Staubsauger mit Beutel, 3 Jahre Garantie, 850 W, AB61C2DBS | 74 dB(A) | Bodenstaubsauger | laut Datenblatt |
| Levoit Akku Staubsauger LVAC 200 MAX, bis 100 m², Anti Tangle, 99,99% HEPA | 77,5 dB(A) | Akku-Staubsauger | Herstellerangabe |
| Bosch Staubsauger beutellos Clean´n Serie 2 BGC05A220A | 78 dB(A) | Bodenstaubsauger | laut Datenblatt |
| Rowenta Compact Power Staubsauger mit Beutel, 750 Watt, 3 L Staubvolumen | 79 dB(A) | Bodenstaubsauger | Herstellerangabe |
| Shark PowerDetect Clean & Empty Akku-Staubsauger mit Absaugstation, Gold | 86 dB(A) | Akku-Staubsauger | laut Hersteller, ausdrücklich als Höchstwert |
Ein Muster steckt darin, und es gilt für unser Vergleichsfeld: Alle fünf Bodenstaubsauger nennen eine Zahl, und alle liegen zwischen 69 dB(A) und 79 dB(A). Von den vier Akku-Staubsaugern tun es zwei, und einer davon trägt mit 86 dB(A) den höchsten Wert des Vergleichs. In unserem Vergleich ist die Angabe bei Geräten mit Netzkabel also der Normalfall und bei Akku-Geräten die Ausnahme; ob das über diese zwölf Geräte hinaus gilt, sagen sie nicht.
Rowenta Compact Power XXL Animal beutelloser Bodenstaubsauger, 900 Watt
Beutelloser Bodenstaubsauger mit XXL-Staubbehälter und der breitesten Rezensionsbasis im Vergleich, laut Rezensionen kräftig auf Hartboden und Kurzflor-Teppich, mit Schwächen bei Saugrohr-Stabilität und Schwerpunkt.
Siemens Staubsauger mit Beutel Q5.0 extreme silencePower VSQ5X1230
Bodenstaubsauger mit Staubbeutel und waschbarem HEPA-Filter, in Rezensionen für hohe Saugleistung bei niedriger Lautstärke gelobt, mit Schwächen bei der Bodendüse.
AEG CLEAN 6000 Staubsauger mit Beutel, 3 Jahre Garantie, 850 W, AB61C2DBS
Bodenstaubsauger mit Staubbeutel und HEPA-Filter, in Rezensionen für kräftige Saugleistung und die Aufnahme von Tierhaaren gelobt, mit Schwächen bei der Bodendüse auf Teppich.
Wenn keine Zahl dasteht
Bei fünf Geräten im Vergleich macht der Hersteller in unseren Quellen keine Angabe zum Geräuschpegel:
- VACTechPro F02 Lite Akku Staubsauger Kabellos 550W/50KPa – Akku-Staubsauger.
- Dyson V8 Origin Kabelloser Staubsauger, Silver und Nickel, 130 AW, Motorbar – Akku-Staubsauger.
- roborock Q10 S5-Set Saugroboter mit Wischfunktion, 10.000 Pa Saugkraft – Saugroboter.
- dreame L40 Ultra A Saugroboter mit Wischfunktion mit 24.000 Pa Saugkraft – Saugroboter.
- roborock Saros 10R Saugroboter mit Wischfunktion&angebbarem Wischmopp – Saugroboter.
Wir tragen dort keine Zahl nach. Eine geschätzte Angabe sähe aus wie eine Herstellerangabe und wäre keine – und eine fehlende Zahl ist weder ein Hinweis auf ein leises noch auf ein lautes Gerät, sondern nur eine Lücke im Datenblatt. Was bleibt, sind die ausgewerteten Kundenrezensionen, und die beschreiben eine Empfindung und keinen Pegel. In der Einschätzung des jeweiligen Geräts steht die Lautstärke deshalb als Tendenz, wo die Rezensionen eine hergeben.
Leiser heißt oft weniger Saugstufe
Lautstärke entsteht am Motor, am Luftstrom und an der Bürstwalze – alle drei hängen daran, wie kräftig das Gerät gerade arbeitet. Wer die Stufe senkt, senkt die Lautstärke mit. Das hat eine Kehrseite.
Im Vergleichsfeld lässt sich beides belegen. Beim leisesten Gerät, dem Rowenta Compact Power XXL Animal mit 69 dB(A) laut Datenblatt, berichtet eine Rezension, dass auf Teppich bei reduzierter Saugstufe Katzenhaare liegen bleiben. Beim Rowenta Compact Power RO3953 schafft eine niedrigere Stufe laut den Rezensionen umgekehrt Abhilfe, weil sich die Bodendüse auf hoher Stufe am Teppich festsaugt. Und beim Shark PowerDetect, dessen Hersteller max. 86 dB(A) angibt, nennen drei Rezensionen ausdrücklich die stärkste Stufe und das Absaugen an der Station als laut.
Eine Regel ist der Zusammenhang damit aber nicht. Der Siemens Q5.0 extreme silencePower wird in den Rezensionen für hohe Saugleistung bei geringer Lautstärke gelobt, bei einer Herstellerangabe von 70 dB(A). Dass ein Modellname „silence“ enthält, ist zunächst nur ein Name und keine Angabe – in diesem Fall deckt ihn die Rezensionsbasis.
Wie weit die Empfindung von der Zahl abweichen kann, zeigt unsere Empfehlung am deutlichsten. Für den Levoit LVAC 200 MAX gibt der Hersteller 77,5 dB(A) an, und die Rezensionen gehen auseinander: Einzelne empfinden das Gerät als deutlich hörbar, andere beschreiben es als leise im Alltag. Dieselbe Zahl, zwei Urteile – das ist der Normalfall und kein Widerspruch.
Beim AEG CLEAN 6000 steht etwas anderes in den Quellen, und für den Kauf ist es der wichtigere Punkt: nicht wie laut ein Gerät ist, sondern was daran laut ist. Das Datenblatt nennt 74 dB(A), und in den Rezensionen wird das Gerät wiederholt als leise beschrieben. Wo doch etwas auffällt, ist es nicht der Motor: Zwei Rezensionen nennen die Bodendüse auf Hartboden, eine davon ausdrücklich als den lautesten Teil des Geräts. Die Herstellerangabe deckt das nicht ab – sie ist eine Zahl für das ganze Gerät und sagt nicht, welcher Teil davon im Betrieb auffällt.
Der Saugroboter läuft länger, und oft unbeaufsichtigt
Für die drei Saugroboter im Vergleich nennt kein Hersteller in unseren Quellen einen Geräuschpegel. Das wiegt hier schwerer als bei den übrigen Geräten, denn die Betriebszeit ist eine andere: Ein Bodenstaubsauger ist nach einem Durchgang fertig, ein Roboter fährt laut Herstellerangaben bis zu 150 min beziehungsweise 192 min. Nicht die Spitzenlautstärke entscheidet dann, sondern wie lange sie im Raum steht.
Beurteilen lässt sich das in unserem Feld nur über die Rezensionen. Beim roborock Q10 S5-Set beschreiben mehrere Rezensionen das Gerät auch auf höchster Saugstufe als angenehm leise. Beim roborock Saros 10R wird die Lautstärke im Betrieb in mehreren Rezensionen zusammen mit Navigation und Hinderniserkennung als stabil beschrieben. Beim dreame L40 Ultra A gehen die Angaben auseinander: Mehrere Rezensionen nennen den Betrieb sehr leise, eine andere empfindet ihn als etwas laut und rät, den Roboter bei Abwesenheit laufen zu lassen.
Ein Punkt kommt bei Robotern mit Station hinzu, und er betrifft genau den nächtlichen Betrieb: Das Entleeren an der Basisstation ist ein kurzes, lautes Ereignis. Beim dreame L40 Ultra A dauert es laut einer Rezension rund 20 Sekunden und ist das, was im Betrieb überhaupt auffällt. Wer den Roboter nachts fahren lässt, achtet deshalb weniger auf den Dauerpegel als auf den Standort der Station und auf eine Zeitplanung, die diesen Moment nicht in die Nacht legt.
Worauf Sie beim Kauf achten
- Fragen Sie nach der Stufe und dem Boden, nicht nur nach der Zahl.
- Vergleichen Sie Zahlen nur innerhalb einer Marke, und auch dort mit Vorbehalt. Über Hersteller hinweg fehlt die gemeinsame Grundlage.
- Mehrere Saugstufen sind mehr wert als ein guter Spitzenwert. Sie können die Lautstärke damit an die Situation anpassen; ein Gerät mit einer einzigen Stufe können Sie nur ein- oder ausschalten.
- Rechnen Sie bei Akku-Geräten mit einer Lücke. Nur zwei der vier Akku-Staubsauger in unserem Vergleich nennen überhaupt einen Wert.
- Lesen Sie Rezensionen zur konkreten Situation. „Ich kann abends saugen, ohne die Nachbarn zu wecken“ trägt mehr als jede Zahl im Datenblatt – auch wenn es eine Empfindung bleibt.
- Bei Saugrobotern zählt die Zeitplanung. Ein leiser Roboter, der um 3 Uhr seine Station absaugt, ist in der Summe die lautere Lösung.
Fazit
Die Lautstärke ist ein ernstes Kaufkriterium, und die Angabe in dB(A) ist der einzige Anhaltspunkt, den das Datenblatt dafür hergibt. Sie taugt als Rangfolge und nicht als Rechenwert: Die Skala ist logarithmisch, die zugrunde liegende Größe wird nicht genannt, und bei fünf von zwölf Geräten fehlt die Zahl ganz. Wer darauf achten muss, wählt deshalb nach drei Dingen – einer Angabe, die der Hersteller überhaupt macht, mehreren Saugstufen, und Rezensionen, die den Betrieb in einer Wohnung beschreiben.
Die Kurzantwort auf die Frage, wie laut ein Staubsauger in dB(A) ist, steht unter unseren häufigen Fragen im Eintrag „Wie laut ist ein Staubsauger in dB(A)?“. Wie die Lautstärke in unsere Bewertung eingeht, steht unter So bewerten wir – sie ist Teil des Kriteriums „Handhabung“.
Weiter geht es bei den anderen Kennzahlen: Was Watt, Air Watt und Kilopascal aussagen, steht im Ratgeber Saugkraft verstehen; welche Bauform zu Ihrer Wohnung passt, im Ratgeber zur Bauform. Alle zwölf Geräte mit Bewertung, Preis und Filter für Bauform und Eignung stehen im Vergleich.